Pförring-Besucherandrang wie noch nie zuvor


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Geschrieben von bettina am 23. Juli 2001 um 10:34:

Donaukurier:

Riedenburg
Besucherandrang wie noch nie zuvor
Guildo Horn und "Liquido" als Publikumsmagneten beim Pförringer Open Air

Pförring (DK) Das Pförringer Open Air hat im zwölften Jahr seines Bestehens alle bisherigen Festivals auf dem schönen Weihergrundstück am Rande der Marktgemeinde in den Schatten gestellt. Der bisherige Rekord von rund 10000 Besuchern wurde deutlich übertroffen. Allein am Freitag dürften sich 4000 bis 5000 Menschen auf dem Gelände versammelt haben. Am Samstag war der Andrang noch um einiges größer: Schätzungsweise 8000 bis 10000 Besucher feierten bis spät in die Nacht.

Die Veranstalter dieses größten kostenlosen Open Airs in der gesamten Region und darüber hinaus, der Verein "Lustige Kumpels" aus Pförring, hatten alles in allem noch Glück mit dem Wetter. Die Tage zuvor waren ja ziemlich verregnet, und das ließ schon fast befürchten, dass das Festival wieder in eine Schlammschlacht ausarten würde. Die regelmäßigen Besucher, von denen viele auch heuer wieder anzutreffen waren, haben ja schon öfters ihre leidvollen Erfahrungen gemacht.

Doch am Freitag hatte Petrus ein Einsehen, und bis auf einen kurzen Schauer hätte man sich die Regenschirme sparen können. Als kurz nach 18 Uhr die Formation "Freudenpark" das Open Air eröffnete, ließ der Besucherandrang noch etwas zu wünschen übrig. Dies lag aber mit Sicherheit nicht an der Pop-Rock-Band mit ihren deutschen Texten, sondern an der doch noch recht frühen Uhrzeit.

"Panta Rei" zählt ja in der Region mittlerweile zu den etablierten Gruppen, seit sie im vergangenen Jahr den "Aqua Turbo Contest" in der Fronte 79 gewannen. Als zweite Band am Freitag präsentierten die jungen Straubinger erwartungsgemäß einen rundum gelungenen Auftritt, stilistisch vergleichbar etwa mit den "Guano Apes" oder mit "Skunk Anansie".

Gespannt sein durfte man auf die Schweizer Formation "HNO", die im vergangenen Jahr erstmals auf sich aufmerksam gemacht hatte und mit dem Hit "Butterbread" aus ihrer zweiten CD sich auch in Deutschland eine Fangemeinde erspielen konnte. Musikalisch konnte die Gruppe die in sie gesetzten Erwartungen allerdings nicht ganz erfüllen.

Mal eine Anleihe bei "Led Zeppelin", dann ein bisschen House: Die Songs wirkten zerfahren und ließen eine Identität vermissen. Doch die zumeist jüngeren Open-Air-Besucher, die sich scharenweise vor der Bühne versammelt hatten, um zu tanzen, störte das nicht. Die älteren Gäste, darunter wie immer nicht wenige 60- und 70-Jährige, ließen es sich dafür auf einer Bierbank gutgehen und betrachteten das Geschehen aus der Ferne, wenngleich einige zuweilen mit einem leichten Kopfschütteln.

Nussecken für den "Meister"

Zu diesem Zeitpunkt war Guildo Horn schon seinem Volvo entstiegen und delektierte sich an den natürlich eigens für ihn im Backstage-Bereich bereit gestellten Nussecken (die übrigens ausgezeichnet schmeckten). Lange mussten die Fans, die noch nach Einbruch der Dunkelheit auf das Gelände strömten, auf den Auftritt des Mannes warten, der mit seiner Teilnahme am Grand Prix vor drei Jahren eine ganze Nation gespalten hatte.

Dafür wurden die Jünger des "Meisters" für ihr geduldiges Ausharren mit einem Auftritt belohnt, der praktisch alles bisher Dagewesene in der zwölfjährigen Geschichte des Pförringer Open Airs in den Schatten stellen sollte. Guildo Horn erwies sich als phänomenaler Entertainer, der mit Plateauschuhen, Schlaghose und Rüschenhemd das Publikum sofort in seinen Bann zog, der auf die Traversen kletterte und auch auf dem Mischpult sang. Zwischendurch plauderte er ganz locker mit den Zuschauern oder holte sich ein Bier.

Einige wenige Besucher freilich sahen sich enttäuscht und verließen nach kurzer Zeit das Gelände. Sie hatten wohl erwartet, dass Guildo Horn tatsächlich deutsche Schlager spielen würde. Das tat er auch, allerdings in etwas abgewandelter Form. Mit den "Orthopädischen Strümpfen", einer erstklassigen Rockband mit jahrelanger Bühnenerfahrung, präsentierte er seine Hits wie "La Paloma", "Es war Sommer" von Peter Maffay mit leicht verändertem Text, "Wunder gibt es immer wieder", "Guildo hat Euch lieb" oder "Tanz den Horn", der deutschen Version von Billy Idols "Rebell Yell".

Bis weit nach 1 Uhr bot Guildo Horn eine unvergleichliche Show, die Tausende von Zuschauern zum Mitsingen und zum Tanzen anregte. Nach dem Auftritt war aber lange noch nicht Schluss: Bis spät in die Nacht wurde weitergefeiert.



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