Friede, Freude, Nussecken und mehr


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Geschrieben von sixties am 09. Dezember 2001 um 20:38:

Am 23. Dezember, Leute, wird's was geben: Guildo Horn geht wegen Plattenaufnahmen zwar nicht auf traditionelle Weihnachts-Tournee, lässt aber das Europahallen-Konzert nicht sausen. (Foto: TV-Archiv/Ludwig Hoff)

Guildo Horn präsentiert beim Weihnachtskonzert einen Mix aus alten und ganz neuen Stücken

Von ROLAND MORGEN

TRIER. Ein Mann, ein Wort: "Ich bin schon ganz wild auf den 23. Dezember. Das wird garantiert ein saugutes Weihnachtskonzert in der Europahalle", verspricht Guildo Horn.

Horn-freies Fest? Undenkbar! Seit 1992 beglückt der selbsternannte "Meister" alle Jahre wieder am Heiligabend-Vorabend seine Heimatstadt auf die konzertante Tour. Anfangs in der Tuchfabrik, einmal in der Messeparkhalle, überwiegend aber in der Europahalle. Die dient auch in diesem Jahr wieder als Austragungsort der denkwürdigen und in aller Regel restlos ausverkauften Jahresabschluss-Heimspiele von Guildo Horn & Co. Soweit also alles beim Alten. Doch anno 2001 sei er "ganz besonders motiviert", verkündet der 38-Jährige und gesteht: "Ich leide unter heftigen Bühnen-Entzugserscheinungen". Studio-Stress statt Weihnachts-Tournee

Verständlich. Seit einem halben Jahr arbeitet Horn intensiv am neuen Album; "fünf Tage pro Woche von morgens spät bis nachts früh". Für Konzerte blieb da keine Zeit, abgesehen von einige kleineren Auftritten in Mini-Besetzung und mit akustischen Instrumenten. Die traditionelle mehrwöchige Weihnachtstournee fällt in diesem Jahr den Plattenaufnahmen zum Opfer. Es gibt lediglich zwei statt zwei Dutzend Shows (21. Dezember Düsseldorf, 23. Dezember Trier), weil Mitte Januar bereits die Album-Endproduktion unter Leitung von Star-Produzent Jeopark (No Angels, Modern Talking, Die Prinzen, Band ohne Namen) starten soll, ehe die CD Ende März bei EMI Electrola erscheint.

Ausgerechnet zu den Festtagen gar nichts von sich in der Heimat sehen und hören lassen – soweit mochte es der ehrgeizige Guildo nicht kommen lassen. Denn neben "Friede, Freude, Nussecken" will er im Jahre 3 nach dem merklich abgeflauten Mega-Rummel um seinen Grand-Prix-Auftritt in Birmingham noch eine andere Botschaft unters Volk bringen: Es gibt mich noch, und mir geht es gut! Der Misserfolg seines jüngsten Albums "Schön!" und der Flop des Kinofilms "Waschen, schneiden, legen" haben den Guildo der Nation mächtig gewurmt, auch wenn er offiziell wissen lässt: "Es gibt ein Leben außerhalb von Talk-Shows und Schlagzeilen."

Dennoch zieht der Medien-Liebling Konsequenzen aus der Erfahrung des Karriere-Knicks. "Ich weiß jetzt besser, was gewünscht ist", meint er viel sagend und lässt Taten folgen. Beim Weihnachtskonzert erleben die Fans einen Guildo à la anno dazumal. "Ich gönne mir und dem Publikum so richtig alte Sache wie die Biene Maja."

Weitere Hornsche Gassenhauer, bewährte Jahresendzeit-Weisen wie "Weihnachten bin ich zuhaus" und einige Stücke im Vorgriff auf das neue Album ("Das wird ein megageiles Teil") komplettieren das Repertoire, das die "Orthopädischen Strümpfe" mit teilweise frischem Band-Personal vortragen. Von der 2000er Besetzung sind noch Gitarrist Schrader, Sängerin Uschi Faust und Bassmann Bolle Neumann mit von der Partie. Zwei Neu-"Strümpfe" kommen aus Fulda: Tastendrücker Danny und ein Schlagzeuger, der auf ziemlich unmännlichen Namen "Gisela Ginster" hört. Außerdem kündigt Horn "Überraschungsgäste" an, darunter Lokalmatador Rainer Breiling (California) an der Gitarre. Weitere Namen? "Nix da. Da halte ich es mit Eintracht-Trainer Paul Linz: Der sagt auch vorher nicht, ob Joe oder Joe spielt."

Immerhin steht fest, dass Roland Schwinn diesmal wegen Unabkömmlichkeit definitiv nicht zu seinem Sonder-Einsatz kommt. Der einzige "Meister"-getreue aus der Ur-"Strumpf"-Formation hampelte sonst – frei nach dem Olympia-Motto "Dabeisein ist alles" – mit auf der Europahallen-Bühne herum. Allerdings mit nicht angeschlossener E-Gitarre – unbemerkt vom Großteil des Publikums, aber sehr zur Freude von Lästermäulern aus der Musikszene. Über die Hälfte der 2000 Tickets schon weg

Und was macht Guildo privat? Der Mann, der seine Musiker-Karriere als Internatsschüler in der Band des Dauner Thomas-Morus-Gymnasiums startete, lebt heute mit Freundin Tanja de Wendt (viel beschäftigte Stuntfrau) und Sohn Leonid (6) in Hoffnungsthal bei Rösrath (Raum Köln). Seine innig geliebte Heimatstadt Trier will er 2002 wieder öfter beehren. In der Neuauflage von "Orpheus in der Unterwelt" bei den nächsten Antikenspielen gibt er erneut den "Styx". Und wenn das neue Album erscheint, wird es auch eine große Tournee geben. Dann führt an Trier erst recht kein Weg vorbei.

Über die Hälfte der 2000 Tickets zum Guildo-Horn-Konzert am Sonntag, 23. Dezember, 20 Uhr, in der Europahalle ist bereits weg. Vorverkauf an den bekannten Stellen. Veranstalter: Popp-Concerts.

Quelle: http://www.intrinet.de/20011208/ts675775.htm



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