kölnische rundschau


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Geschrieben von sixties am 07. Dezember 2004 um 08:58:

Leberwurst für den schwitzenden Meister
Von MARGRET KLOSE

BORNHEIM-BRENIG. Eins muss man Guildo Horn lassen: Mut zur Hässlichkeit, den hat er. Wie sonst könnte der „Meister“, wie ihn seine Fans nennen, freiwillig im engen Lackkorsett, schwarzen Netzstrümpfen und purpurroten Engelsflügeln auf die Bühne des alten Breniger Dorfsaals stürmen. Das Publikum jedenfalls war direkt völlig aus dem Häuschen. Wie von Sinnen schrien und jubelten die 250 restlos begeisterte Guildo-Fans. „Wenn doch nur jeden Tag Weihnachten wär“, wünschten sich Guildo Horn und seine Band, die Orthopädischen Strümpfe, angesichts der Kulisse bei ihrem Weihnachtstour-Auftakt am Sonntag.
„Für Guildo ist mir kein Weg zu weit“, sagte Stefanie Hartweg (34), die extra aus dem Westerwald ins Vorgebirge gekommen war. Kurt Koller (25) war für „seinen Guildo“ gar die 360 Kilometer aus Fulda angereist. Damit sich die Mühe auch lohnt, verteidigten die Fans ihren Platz in der ersten Reihe hart, in der quasi der Schweiß des Meisters auf sie tropfte. Weiter hinten im Saal amüsierte sich Brenigs Pastoralreferent Bruno Schrage mit der katholischen Jugend.

Guildo Horn schien den Ausnahmezustand um sich herum zu genießen. Er gab mit alten und neuen Hits mächtig Gas und ließ dem Publikum kaum Zeit zum Verschnaufen. Zur Jahreszeit und den Nikolauskostümen seiner Band passend, verlieh er auch Weihnachtsliedern seine spezielle Noten - so ließ sich sogar auf „Stille Nacht, heilige Nacht“ regelrecht abrocken. Gekonnt schloss Guildo Horn sein Publikum in die Show mit ein. Niemals wird jetzt die junge Ela jene Minuten vergessen, in denen sie der Meister auf die Bühne bat, um erstens mit ihr zu plaudern und zweitens von ihren Weihnachtsplätzchen zu naschen. Aber Horn bediente sich auch selbst. „Ich habe Hunger“, rief er ins Publikum und bekam von einem Fan prompt eine Leberwurststulle gereicht.

Das Brot muss geschmeckt haben, denn als fantastisch und unbeschreiblich titulierte der Meister das Breniger Publikum und spendierte ihm zig Zugaben. Da allerdings war Guildo Horn schon kurz davor, sich aufzulösen, so sehr floss ihm der Schweiß nach dem gut zweieinhalbstündigen Konzert über den behaarten Oberkörper. Doch der Meister wäre nicht der Meister, wenn er nach dem Ende des Konzertes nicht noch eine Überraschung aus dem Ärmeln schütteln würde. Drei Zugaben waren schon gespielt, als plötzlich Saxophonmusik erklang und Guildo Horn zusammen mit seinem Freund und Gastgeber Jens Streifling erneut auf die Bühne trat: „Danke für diese schönen Stunden“, sang der Meister. Sodann gaben die Musiker noch mal richtig Gas, etwa mit Horns Grand-Prix-Beitrag „Guildo hat euch lieb“. Was da im alten Dorfsaal abging, lässt sich allerdings nicht mehr in Worte fassen - Jubel der sogar stellenweise den Krach aus den Boxen übertönte.




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