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Shakespeare in Düsseldorf
Das schmucke Capitol Theater hatte Presse und Fernsehen
eingeladen, um einen Blick in die Proben des Comedy Spektakels rund um den berühmten englischen Dramatiker zu gewähren. Das ist schon recht mutig, wenn man bedenkt, daß erst seit drei Tagen dort geprobt wird. Trotzdem waren Tom Zahner, der Obel und Guildo schon
in prächtigen Kostümen zu bewundern und auch die Bühne machte schon einen recht dekorativen Eindruck. Eine ganze Reihe von TV und Presseteams waren aufgelaufen, man war also offenkundig
gespannt, wie die drei Akteure ihre Aufgabe bewältigen werden. Es würde ungefähr 150 Stunden dauern, alle Stücke des Klassikers tatsächlich aufzuführen und weit über 1100 Personen auftreten (und
viele davon rasch wieder sterben) zu lassen, das erfodert also vom Autor eine gewisse Straff ung. Aus den 1100 wurden drei, aus 15550 Stunden werden rund zwei. Das Stück selber ist in Lodon ein
Dauerbrenner und wurde auch im deustchen Sprachraum schon recht oft dargeboten. In Düsseldorf sind neben Guildo “der Obel” (unter anderem bekannt aus dem Duo “Till & Obel” und aus seiner Rolle in “Das Wunder von
Bern”) sowie Tom Zahner mutig genug, diese herkulische Aufgabe zu stemmen. Es liegt in der Natur des ziemlich skurrillen Stückes, dass es recht turbulent zugeht und so wurde das Ganze
auch von Obel durch einen Sprung auf die Theke des Clubs im Capitol eröffnet. Wozu braucht man eine Bühne, wenn man einen Zuschauerraum zum Spielen hat ? Es war am Anfang nicht ganz leicht dem Ganzen zu folgen,
besonders dann, wenn man halt kein echter Kenner von Shakespear ist (so wie wir). Aber den Stoff von Romeo und Julia kennt man auch als Kulturbanause wenigstens so im Groben,
außerdem ist Guildo als Julia in seiner wundervollen Maske ein derartiger Knaller, dass Lacher schon fast garantiert sind. Das Kostüm ist zwar nicht eben figurfreundlich, aber für echte Feinarbeit beim Umziehen im
Minutentakt bleibt eben keine Zeit, es müssen halt Dutzende von Rollen in rund zwei Stunden absolviert werden. Artistisch durfte Guildo beim Abseilen vom Balkon (bei der berühmten Balkonszene) wieder
einmal zeigen, was er so drauf hat während Romeo von unten den “Ausblick“ geniessen durfte (O-ton Julia: “Ich weiss ganz genau, wo du hinguckst !”).
Ungewohnt ist es schon die stilistisch teilweise in der shakespeareschen Zeit angesiedelte Sprache von Guildo zu hören, aber es macht auf jeden Fall großen Spass und wir freuen uns auf mehr davon.
Da es sich bei den drei Darstellern nicht nur um sehr gute Schauspieler sondern auch um sehr gute Sänger handelt, darf natürlich im Unterschied zu anderen Inszenierungen des Stückes auch die Musik nicht Fehlen.
So gibt es beispielsweise zwischendurch eine musikalische Aufarbeitung des altbekannten Dauerthemas Köln vs. Düsseldorf.
Regisseur Jürgen Schwalbe hat bewusst keine gelernten Schauspieler ausgewählt, sondern Entertainer, es darf also ein mit
Sicherheit unterhaltsamer Abend erwartet werden.
Alles in allem darf man sagen, dass turbulent eher eine Untertreibung für das ist, was da
geboten werden wird. Liebevoll chaotisch und sehr unterhaltsam wird William Shakespeare – beziehungsweise das, was davon übrig ist - in Düsseldorf präsentiert. Wir sind jedenfalls sehr
neugierig auf das, was da kommen wird !
Termine und Tickets
Es wird insgesamt 21 Aufführungen vom 04.03.2006 bis 09.04.2006 geben.
Karten gibt’s an allen bekannten Vorverkausstellen, auf www.capitol-theater.de oder unter der Ticket-Hotline 0180 - 51 52 53 0 (0,12 €/Min., Mo-Fr: 8 - 22.00 Uhr, Sa: 9 - 22.00 Uhr, So: 10 - 21.00 Uhr).
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