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Leporellos Tagebücher/Don Giovanni

Musikalisches Kammerspiel nach Mozart/DaPontes Oper DON GIOVANNI
mit Guildo Horn, Douglas Yates
Bearbeitung und künstlerische Leitung: FABIAN DOBLER
Regie: R. Christian Kube
Visuals: Dietmar Scholz

Im November des letzten Jahres gab es in Singen die Uraufführung (s.u.) des musikalischen Kammerspieles „Leporellos Tagebücher“ mit Guildo in der Rolle des Leporello. Diese Aufführung war ein großer Erfolg obwohl sich natürlich einige „ernste“ Kulturschaffende und -kritiker im Vorfeld darüber sehr mokiert haben, dass der „Schlagersänger“ Guildo Horn eine Rolle in einer an die Mozart Oper „Don Giovanni“ angelehnten Part übernehmen sollte. Die meisten scheinen ihre Vorurteile abgebaut zu haben, denn NACH der Aufführung waren fast nur begeistere Stimmen in der Presse zu lesen.

Jetzt geht das Stück auf Tournee und erfährt weitere Aufführungen:
In der alten Heimat Trier wird es vom 28.-30.11, Aufführungen geben. Der Vorverkauf hat noch nicht begonnen, ab August 2008 wird es Tickets geben.

Na da soll mal einer sagen, dass Guildo nicht immer wieder für echte Überraschungen gut ist. Nach den Ausflügen der letzten Jahre auf die Musical-, Operetten- und Schauspielbühnen fällt jetzt die "letzte Bastion" aus dem Bereich der so genannten "ernsten" Musik, nämlich die der Oper.
In Singen wird am 17.11.2007 Guildo als Leporello in einer speziellen Bearbeitung der Oper "Don Giovanni" unter dem Titel "Leporellos Tagebücher" die Rolle des Leporello spielen.

Die Macher des Ganzen haben dazu folgendes geschrieben:
"OPERASSION hat sich das Ziel gesetzt, große Kunstwerke durch eine ganz eigene Art der Bearbeitung und Aufführung dem heutigen Publikum zu erschließen. Wir wollen auch Menschen für die Oper begeistern, die bisher noch kein Theater betreten haben."

In Guildos Worten klingt das so:
"Wir werden das so eindampfen, dass es auch reizvoll ist für Leute, die sonst mit Oper und E -Musik nicht so viel am Hut haben."

Der Vorverkauf beginnt voraussichtlich im Mai. Noch nicht bekannt ist ob und in welchem Umfang das Stück auch an anderen Orten zu sehen sein wird.
Das klingt auf jeden Fall spannend und wir werden natürlich informieren sobald neue Infos vorliegen

Die vollständige Pressemeldung:

17. November 2007 – Uraufführung – Leporellos Tagebücher

Singen, 5. Juli 2007. Die im September eröffnende Singener Stadthalle hat sich als erste echte Premiere eine außergewöhnliche Uraufführung ausgesucht: Leporellos Tagebücher, frei nach Mozarts Oper Don Giovanni, erzählt die Geschichte des Frauenhelden aus der Sicht seines Dieners Leporello – gespielt und gesungen von Guildo Horn. Künstlerisch verantwortlich zeichnet das Ensemble Operassion um den Dirigenten und Pianisten Fabian Dobler.

Plakat1Don Giovanni – Frauenheld, Lebemann , Freigeist. Ein Teufelskerl, der reihenweise Herzen bricht und am Schluss buchstäblich zur Hölle geht. Ein starkes Stück. Zu stark für unsere coole Zeit? Das Ensemble Operassion (aus Oper und Passion) nähert sich Mozarts Oper mit Leidenschaft, aber in vollem Bewusstsein, was uns von dessen Welt trennt. In einer Mischung aus Faszination und Distanz. Man könnte auch sagen: aus Leporellos Perspektive.

Sein Blick ist unser eigener, ziemlich heutiger Blick. Leporello erschließt daher ein ebenso berauschendes wie schwieriges Stück Klassik dem breiteren Publikum. Und damit auch Zuschauern, die bislang wenig oder vielleicht gar keine Berührung mit Opern hatten. Die Besetzung der Titelrolle mit Guildo Horn wirkt vor diesem Hintergrund nur konsequent. Zumal der bekennende Genre-Trotter sich in letzter Zeit durch zahlreiche Partien in Musicals und Operetten für seine erste Opernrolle regelrecht freigesungen hat.

Die astreinen klassischen Credentials des übrigen künstlerischen Teams stehen bewusst in Kontrast zum „bunten Vogel“ Guildo Horn. Das 2004 gegründete Ensemble Operassion setzt getreu der Devise „Small is beautiful“ auf musikalisch fundierte Arrangements großer Werke für Kammerbesetzungen. Sein Künstlerischer Leiter Fabian Dobler war als international erfolgreicher Dirigent und Pianist unter anderem in Berlin, Houston, Innsbruck, Kopenhagen, München, Seoul, Zürich und am Teatro Argentino in Buenos Aires tätig. Leporellos Herrn und Gegenspieler verkörpert der amerikanische Bariton Douglas Yates – in seiner Heimat drei Mal in Folge als „Singer of the Year“ ausgezeichnet. Der mit 30 Jahren erblindete Träger des Metropolitan Opera Award verfügt über eine unglaubliche emotionale Präsenz und eine Stimmpower, die der schwierigen Partie besonders zugute kommt. Für die Regie wurde mit R. Christian Kube ein Künstler gewonnen, der üppige internationale Musiktheater-Erfahrung mitbringt.

Don Giovanni eignet sich durch Figurenkonstellationen und Handlung besonders gut für eine Konzentration im typischen Stil von Operassion: ein (Anti-)Held, drei Frauen, die Gesellschaft. Doblers Bearbeitung nutzt diese klare Struktur, um Zeitebenen und Aufbau des Plots neu zu arrangieren und den Kern des Stückes freizulegen. Als echter Klassiker lässt sich diese Oper dabei genausowenig festlegen wie das Leben selbst. Im Geiste des Originals überschreitet Leporellos Tagebücher Genre-Grenzen. Es entwickelt sich ein vieldeutiges „Sing-Spiel“ der parallelen Ebenen, das zwischen Tragödie und Komödie, Liebe und Tod, Heldentum und Chuzpe changiert. Leporello blickt zurück auf die Geschichte, aus der er selbst nur knapp mit heiler Haut entkommen ist. Das Stück entfaltet sich in einer eindrucksvoll verdichteten Bühnenumgebung: mit wenigen, starken Requisiten, ohne Kulissen, aber in einem multimedial angereicherten Raum (Konzept & Realisation: Dietmar Scholz).

Ausführliche Informationen unter: www.operassion.de

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stand der seiten 09 Jul, 2008