1. Der ultimative Mann 2. Ich hasse Musik 3. Try again 4. Ich bin berhaupt nicht da 5. Mai khao djai 6. Schmutzfink 7. Schüchtern 8. Aeger sum 9. Wie weit ist es bis zum Horizont
10. Ma baker 11. Makellos 12. Schweigeminute 13. Beating around the bush 14. Mai khao djai (APUL Remix) 15. Ich hasse Musik (APUL Remix) 16. Schmutzfink (Guildo Horn Waldorf Mix)
17. Making off
Unser Kommentar:
Guildo auf einem Album der Berliner Band Knorkator ? Das macht auf jeden Fall neugierig, wenn auch ein kleines bisschen skeptisch. Nun sind wir nicht eben große Kenner dieser
Formation, man erinnert sich eben an den Auftritt bei der 2000-er Grand-Prix-Vorausscheidung, wo Musikinstrumente von bären-befellten Typen zerdeppert wurden. Wie gut daß es Vorurteile gibt, denn “Ich hasse
Musik” gibt wirklich jeden Anlass diese ganz schnell auf den Misthaufen (wo alle Vorurteile hingehören !) zu werfen.
Für die, die nur Guildos Beitrag, eine Cover-Version des Album Songs “Schmutzfink” interessiert, hier zunächst ein paar Worte zu diesem Song. Im knallhart-punkigen
Original fetzen verzerrte Gitarre und Schlagzeug rund um einen gepresst vorgetragenen Vocal-Teil im besten “Nina Hagen” Stil der frühen 80er Jahre. Nicht unbedingt unsere Baustelle. Sehr hektisch,
aber auch perfekt zum Text passend. Was man eben ungezogenen Kindern so alles um die Ohren knallt als Eltern. Wenn man zuerst die Coverversion (“Guildo Horn Waldorf Mix”) von
Schmutzfink hört (uns ging es so), dann hat man bestenfalls anhand des Textes die Chance den Song wiederzuerkennen. Denn bei Guildo (und Schrader !) ist das Ganze zu einer groovenden, swingenden a cappela
Ballade mutiert, die sofort ins Ohr und in die Beine (oder Schnipp-Finger) geht. Witzig auch der Zwischenteil (nur in der Cover-Version), in dem Gernot “Pappa beim komponieren stört” und
rabiat herausbefördert wird. Was bitte ist ein “Kampf- Jo Jo” ? Man beachte auch den erzieherischen Hinweis ganz am Ende des Songs ... Mittlerweile gehört “Schmutzfink” zu unseren
Lieblingsliedern. Ob wir das auch mal Live hören dürfen ? Wäre hornsches Neuland, a a cappela hatten wir bislang noch nicht das Vergnügen.
Wer sich gerne mal auf akutische Experimente einläßt, dem möchten wir auch das komplette Album (die Limited Edition) insgesamt wärmstens ans Herz legen. Eine Scheibe, die sich wohltuend
vom von mehreren Plattenfirmen abgesonderten derzeitigen Balladen-Brei aus den Casting-Shows unterscheidet. Kreativ mag eine abgedroschene Phrase sein, aber bei diesem Feuerwerk an Ideen passt die Vokabel
wirklich perfekt. Die Reichweite geht von punkig-rotzigen Knallern wie “Schmutzfink” über Songs in Latein (!) bis hin zum thailändischen. Musikalisch wird inklusive jazzigen Sachen kaum etwas
ausgelassen, selbst die “Sado-Maso“ Disko Band “Boney M” aus den 80ern wird mit einem Cover von “Ma Baker” gewürdigt, natürlich im Knorkator-Stil. Ganz besonders amüsiert hat
uns der letzte Beitrag auf der CD: das 24 minütige “Making Of”, eine satirische Dokumenation zum Entstehen von “Ich hasse Musik”. Man erfährt beispielsweise daß der Song
“Schweigeminute” auf der Raumstation ISS ausgenommen wurde (Na ja, das treibt die Produktionskosten schon extrem in die Höhe) oder aber wie frustierend es sein kann, wenn man um die halbe Welt reist um
eine Band zu treffen und auf den DAT Recorder zu bannen, die gerade in Berlin einen Auftritt hat. Urkomisch das Ganze und wirklich wert sich mal die Ruhe zum Anhören zu nehmen.
Unser Fazit: Wenn ihr experimentierfreudig seid, rennt in die Plattenläden und kauft euch “Ich hasse Musik, Limited Edition” solange es sie noch gibt.
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