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Interview mit Petra Pogo / Schlapbe / Sebastian Flach am 18.11.2006 in Krefeld. Das Interview wurde von Tina und Till (T.u.T) geführt.
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Petra
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Wahrscheinlich habt ihr solche Interviews schon etliche Male gemacht, oder ?
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T.u.T.
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Ein paar Mal ja. Als neuer Strumpf sind wir jetzt mal über deine Erkenntnisse gespannt was Leberwurst, Kontaktlinsen, Bratwurst und
ähnliches angeht. Frag mal die andere Gitarre, die mit mehr Saiten.
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Petra
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Lord Schrader ?
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T.u.T.
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Jedenfalls haben wir da seinerzeit nur erfahren, dass sein Optiker beim Anpassen der Linsen Leberwurst gegessen hatte und deswegen etwas
streng aus dem Mund roch. Die wichtigste Frage zuerst: wie möchtest du angesprochen werden ?
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Petra
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Von meinem Steuerberater als Sebastian Flach, von allen anderen als „Schlapbe“.
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T.u.T.
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Wir wollten das Thema Petra Pogo elegant umsegeln, so als gestandener Mann ...
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Schlapbe
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… muss man über sich selber lachen können.
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T.u.T.
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Das ist sehr erfreulich Deine Homepage http://www.flach.net zeigt einiges an Musik und das hat mit der derzeitigen Tätigkeit bei Guildo Horn recht wenig zu tun.
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Schlapbe
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Ja, das ist richtig, ich habe aber früher schon mal in einer Schlagerband gespielt, das ist so etwa 10 Jahre her und war in der Zeit als
Dieter Thomas Kuhn und Guildo Horn sehr bekannt waren, ich war da 16 oder 17. Ich bin ja neuerdings das Nesthäkchen in der Band, Baujahr 79.
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T.u.T.
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Du hast also Danny abgelöst.
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Schlapbe
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Ja. Ich höre in meiner Freizeit keinen Schlager, kann aber mit Klamauk auf der Bühne sehr gut leben.
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T.u.T.
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Du siehst es also schon als Schlager ?
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Schlapbe
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Ja, schon, es gibt ja Schlager und Schlager.. also mehr in der Art wie ...
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T.u.T.
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...Jürgen Drews ?
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Schlapbe
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Ja, zum Beispiel. Mir ist aufgefallen, dass alle seine Songs gleich klingen, gleiche Melodie, gleiche Chords. Das was Horst macht hat mit dem
Ballermann Zeug nichts zu tun, das ist eher Schlager Rock.
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T.u.T.
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Songs wie „Ich fühl mich gut“, also das Cover von „Radar Love“ von Golden Earring haben mit Schlager wirklich wenig zu tun. Es
ist halt seit Jahren eine Diskussion, wie man das einsortieren kann, aber es geht ja eigentlich darum, dass es sehr gute Unterhaltung ist.
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Schlapbe
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So sehe ich das auch.
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T.u.T.
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Und wie kommt ein jazzig orientierter Musiker zu Guildo Horn ?
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Schlapbe
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Wie es im Leben eines Musikers eben so ist. Horst war im Sommer auf einem Schiff und hat dort einen Gitarristen kennen gelernt, der ein guter
Freund von mir ist. Der hat mich empfohlen. Ich bin zu Horst gefahren und es war recht schnell klar, dass wir sehr gut klarkommen würden. In Bremen auf der After Show Party meinte Horst, er habe nach
zwei Minuten gewusst, dass wir gut miteinander auskommen würden, denn wir haben uns beim ersten Telefonat nach wenigen Minuten direkt über Verdauungsprobleme unterhalten. Das fand ich irgendwie
bezeichnend, im Musik Business geht es sonst sehr oft nur um Gagen und wer, wo, wie lange mit wem, weniger um menschlich gute Beziehungen. Ich lege aber großen Wert darauf, dass ich meine Zeit mit
Menschen verbringen in deren Gegenwart ich mich gut fühle.
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T.u.T.
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Das ist ja auch ein großes Privileg, das bei der Arbeit zu können.
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Schlapbe
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Ja, absolut, und es kommt halt dazu, dass man das machen darf, was man am liebsten möchte, also Musik. Das ist ein großes Geschenk.
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T.u.T.
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Das muss man sich bewusst machen, Millionen müssen morgens um acht ans Fliessband z. B. bei Opel in Bochum.
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Schlapbe
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Ich habe während meines Zivildienstes in die andere Welt hinein geschnuppert, im Krankenhaus. Viele meiner Kollegen haben das anders gemacht
und sind zum Heeresmusikchor der Bundeswehr gegangen. Da gibt es zwei Themen: Musik und Saufen. Ich habe mir das im Zivildienst im Krankenhaus angesehen und festgestellt, dass das nichts für mich
wäre, diese normale Art von Arbeitswelt.
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T.u.T.
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Und dann du hast Bass studiert ?
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Schlapbe
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Ja, ich habe schon während der Schulzeit an der Musikhochschule Kontrabass gelernt und wollte eigentlich klassischer Orchestermusiker werden,
habe aber auch für Jazz vorgespielt. Mit 15 oder 16 dachte ich noch daran eine halbe Stelle an einem Theater anzunehmen und die andere hälfte der Zeit das zu tun was ich möchte. Das war aber völlig
unrealistisch.
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T.u.T.
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Kommen die Eltern dann nicht und sagen „Junge, lerne etwas Anständiges ?“
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Schlapbe
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Ja, klar, ich komme ja nicht aus einer Musikerfamilie. Mein Vater ist gelernter Elektriker und meine Mutter hat als Sekretärin gearbeitet.
Die spielen und bauen inzwischen Marionetten und haben sehr viel Freude dabei. Aber ich konnte meine Mutter dadurch überzeugen, dass ich gesagt habe „Ich kann ja noch immer auf der Königsstraße in
Stuttgart spielen, um meine Brötchen zu verdienen.“ Mein Eltern haben jedoch akzeptiert, dass ich genau das gerne möchte, und dass ich auch gut darin bin und haben es enorm gefördert. Da bin ich
ihnen sehr dankbar für.
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T.u.T.
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Spielst du noch in einer anderen Band ?
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Schlapbe
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Ja, in meiner eigenen Band Tenandone (http://www.tenadone.de) mit zwei anderen Musikern spiele ich Kontrabass. Wir spielen akustische Pop Cover in eigenständigen Versionen, also quasi Neuinterpretationen.
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T.u.T.
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Mir gefällt diese Musik sehr gut. Auf der Homepage gibt es ja auch Teile deiner Diplomprüfung zu hören und sehen.
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Schlapbe
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Ja, da habe ich ein selber komponiertes Stück vorgespielt. Man muss zwei Epochen abdecken und ein unbegleitetes Stück spielen. Meine
musikalische Spezialität ist, dass ich eben keine Spezialitäten habe. Ich spiele harten „hau drauf“- Rock genauso gerne wie Jazz, Hard Bop, Klassik...
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T.u.T.
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Das ist ja für Guildo Horn genau das richtige: von „Aber Dich gibt´s nur einmal für mich“ bis „Radar Love“. Eigentlich ist die
Spannweite ja sogar noch größer. Gibt es am Bass denn Vorbilder oder Orientierungspunkte für dich?
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Schlapbe
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Ich habe eben von zwei Wochen meinen großen Helden getroffen, John Patitucci (http://www.johnpatitucci.com/). Das war der erste Bassist, den
ich mit 13 wahrgenommen habe. Der beherrscht E-Bass und Kontrabass gleich gut. Der hat mit Wayne Shorter gespielt und hat einen Workshop veranstaltet.
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T.u.T.
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Von Weather Report oder ? Die hatten ja auch einen irren Bassisten mit Jaco Pastorius.
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Schlapbe
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Ja, ein weiteres Vorbild an dem man als Bassist nicht vorbeikommt. Weitere Vorbilder sind Tony Levin aus der Band von Peter Gabriel und James
Jameson aus der Motown Ära. Jackson Five, Marvin Gaye, Stevie Wonder – finde ich alle toll.
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T.u.T.
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Jazz – Rock Fusion mag ich sehr, auch Chris Squire oder Eberhard Weber.
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Schlapbe
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Eberhard Weber ist ein toller Bassist, aber seinen Sound mag ich nicht. Das ist wie bei Eddie Gomez, den ich trotz des fürchterlich
schlechten Sounds in den 80er Jahren sehr mag. Bei dem hatte ich auch einmal in New York Unterricht.
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T.u.T.
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Du hattest bis jetzt drei oder vier Auftritte mit Guildo Horn, wie hat es dir gefallen ?
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Schlapbe
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Geil, es ist manchmal sehr anstrengend wie z. B. in Münster wenn das Publikum durch das Vorprogramm so vollgeballert worden ist, dass sie für
leise Töne gar nicht mehr zu haben sind. Das erste Konzert in Wiesbaden war schon Klasse, in Münster war es halt anders durch die DJs vorher.
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T.u.T.
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Aber da waren doch auch alle betrunken, oder ?
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Schlapbe
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Das darf ja bei einem Rockkonzert auch so sein, finde ich auch nicht schlimm.
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T.u.T.
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Weihnachten stehen dir die ersten echten Hornkonzerte in Düsseldorf und Trier bevor, da kommen nur Leute hin, die wirklich zu einem Guildo
Horn Konzert wollen.
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Schlapbe
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Nach Trier werden auch viele Freunde von mir kommen.
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T.u.T.
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Wir danken dir sehr für das nette Gespräch: der Rahmen war ja etwas größer als Leberwurst und Kontaktlinsen.
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Schlapbe
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Da ist richtig.
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